Zweiter Jahrestag des Solinger Terroranschlags
Solingen [ENA] Zwei Jahre nach dem Terroranschlag beim Bürgerfest „Fest der Vielfalt“ in Solingen am 23. August 2024 erinnert die Stadt an die drei Getöteten und acht zum Teil schwer Verletzten. Der Messerangriff auf dem Fronhof, durch einen syrischen in Solingen lebenden Flüchtling, für den sich der „Islamische Staat“ verantwortlich erklärte, hinterließ tiefe Spuren in der Bevölkerung.
Besonders Betroffene wie Opfer, Ersthelfer, Einsatzkräfte und Anwohner leiden noch immer, zwei Jahre danach, unter den Folgen der Tat, wie Simone Henn-Pausch, Koordinatorin der Solinger Notfallseelsorge, in einem Interview bestätigte. Einige meiden seitdem die Innenstadt oder große Menschenmengen; selbst Alltagssituationen wie Gedränge an der Supermarktkasse können Ängste auslösen.
Am zweiten Jahrestag fanden mehrere Gedenkveranstaltungen statt: Ein Gedenkgottesdienst in der Evangelischen Stadtkirche mit etwa 150 Teilnehmenden, die Niederlegung von Kränzen am Gedenkstein sowie eine Dialogveranstaltung mit psychosozialer Begleitung. Den Höhepunkt bildete die zentrale Gedenkfeier am Abend, an der rund 300 Menschen teilnahmen, darunter NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, Landesminister und Rettungskräfte. Um 21:37 Uhr, zum Tatzeitpunkt, wurde eine Schweigeminute abgehalten. Kerzen, Musik und drei Glockenschläge prägten die Stimmung.
Wüst betonte, die Gesellschaft müsse sich entschlossen gegen Terrorismus und Extremismus stellen, und verwies auf das anhaltende Leid der Angehörigen und Verletzten. Solingens Oberbürgermeister Daniel Flemm rief zu Zusammenhalt auf und erklärte, Solingen dürfe sich nicht auseinanderbringen lassen und der Hass dürfe nicht das letzte Wort haben. Der Anschlag während des „Fest der Vielfalt“, welches zum 650-jährigen Stadtjubiläums stattfand, löste bundesweit Debatten über Sicherheit bei Großveranstaltungen, Messerkriminalität, Abschiebungen, Asylverfahren und islamistischen Terrorismus aus. Das eigentlich als Feier der Vielfalt geplante Fest wurde jäh überschattet.




















































